Hinweise für Mandanten

Hinweise für Mandanten mit zur Auskunft über das End- und Anfangsvermögen

Wenn Auskunft über den Bestand des Vermögens zum Zeitpunkt der Heirat, der Trennung und der Zustellung des Scheidungsantrags verlangt wird, ist ein Bestandsverzeichnis vorzulegen, in dem die Aktiva und Passiva der Vermögenswerte zu den oben genannten Zeitpunkten ( Stichtagen ) geordnet und übersichtlich zusammengestellt sind.
Die Vermögenswerte sind dabei nach Anzahl, Art und wertbildenden Faktoren, Geldbeträgen (bei Konten, sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten usw.) einzeln aufzuführen, sodass der Gegenseite eine Bewertung möglich ist. In der Regel ist es sinnvoll, Ihre Wertvorstellung bezüglich derjenigen Objekte anzugeben, deren Wert sich nicht von sich aus ergibt (z. B. Kraftfahrzeuge, Immobilien). Belege sind auf Verlangen zu übergeben.
Ein solches Bestandsverzeichnis kann etwa folgendermaßen gegliedert werden, wobei selbstverständlich die individuellen Verhältnisse Ihres Endvermögen zu berücksichtigen sind:

Aktiva:
– Bargeld
– Bankguthaben (Girokonto, Sparkonto, Festgeldkonto usw. unter Angabe des Instituts und der Kontonummer)
– Bausparguthaben (Bausparkasse, Kontonummer)
– Wertpapiere (Einzelauflistung der Wertschriften mit Kurswert)
– Lebensversicherung (Versicherungsgesellschaft, Versicherungsnummer, Zeitwert: das ist bei Versicherungen, die während der Ehezeit gekündigt wurden, der Rückkaufwert; bei Versicherungen die Fortgeführt werden, der Fortführungswert. Beide Werte müssen Sie bei Ihrer Versicherungsgesellschaft für den Stichtag erfragen; beim Fortführungswert machen die Versicherungen aber oft Schwierigkeiten; dennoch haben Sie einen Anspruch auf Mitteilung dieses Wertes )
– Kraftfahrzeug (Marke, Typ, Sonderausstattung, Baujahr, Kilometerleistung, Anschaffungsjahr, Kaufpreis)
– Immobilien (Adresse, Grundbuchstelle, Grundstücksgröße, Wohn- und Nutzfläche, verkehrsübliche Beschreibung)
– Nach der Trennung angeschaffter Hausrat
– Sammlungen (Beschreibung der Einzelgegenstände in der für die jeweilige Sammlung üblichen Weise)
– Gewerbeunternehmen, Unternehmensbeteiligung, freiberufliche Praxis (Kurz¬be¬schrei¬bung und Vorlage der Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Überschussrechnungen der letzten fünf Jahre)
– Erstattungsansprüche gegen das Finanzamt (Veranlagungsjahr)
– Darlehensforderungen samt etwaiger offener Zinsforderungen (Schuldner)
– Schadenersatzansprüche (Art der Ansprüche, Schuldner, Versicherungsgesellschaft)
– Miet- und Pachtforderungen (Schuldner, Objekt)
– Ansprüche aus einem Arbeitsverhältnis, Beteiligungsverhältnis usw. (Arbeitgeber, Firma)
– Anspruch auf Rückzahlung einer Mietkaution (Vermieter, Wohnung)
– Erstattungsanspruch gegen Ehegatten (nähere Bezeichnung des Schuldverhältnisses)
– usw.

Passiva:
– Bankschulden (Girokonto, Bankkredit unter Angabe des Instituts und der Kontonummer)
– Bausparschulden (Bausparkasse, Kontonummer)
– Verbindlichkeiten gegenüber Lebensversicherungen (Art der Verbindlichkeit, Ver-sicherungsgesellschaft, Versicherungsnummer)
– Kraftfahrzeugfinanzierung (Gläubiger)
– Verbindlichkeiten, die auf Immobilien gesichert sind (Adresse der Immobilie, Grundbuchstelle, Art der Verbindlichkeit, Gläubiger)
– Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (Veranlagungsjahr)
– Darlehensverbindlichkeiten samt etwaiger Zinsrückstände (Gläubiger)
– Schadenersatzverpflichtungen (Art der Verpflichtung, Gläubiger)
– Miet- und Pachtschulden (Schuldner, Objekt)
– Anspruch auf Zahlung einer Mietkaution (Mieter, Wohnung)
– Erstattungsverpflichtung gegenüber Ehegatten (nähere Bezeichnung des Schuldverhältnisses)
– Schulden gegenüber Handwerkern, Ärzten, Rechtsanwälten (Gläubiger, Gegen-
stand der Verbindlichkeit)
– usw.
Diese Liste ist lediglich als Beispiel gedacht; sie ist einerseits nicht vollständig und enthält möglicherweise andererseits Gegenstände, die sich nicht in Ihrem Endvermögen befinden.
Rechtlich sind Sie auch verpflichtet, Auskunft über Ihr Anfangsvermögen zu erteilen und auf Verlangen zu belegen. Anfangsvermögen ist einmal dasjenige Vermögen, das Sie am Tag der Eheschließung hatten, aber auch dasjenige Vermögen, das Sie während der Ehe geerbt und geschenkt erhalten haben. Bitte führen Sie deshalb in Ihrer Auskunft diejenigen Gegenstände, die Sie zum Zeitpunkt der Eheschließung hatten, getrennt von den geschenkten und geerbten Gegenständen auf, und zwar unter Angabe des Datums der Schenkung oder der Erbschaft. Maßgeblich ist der Wert der Schenkung/Erbschaft zur Zeit der Schenkung/Erbschaft.