Kindesunterhalt Minderjährige

Die Eltern müssen den Unterhalt des Kindes gewährleisten. In der Regel leistet ein Elternteil die Betreuung und der andere leistet seinen Anteil in der Zahlung von Geld. Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts richtet sich vornehmlich nach der Höhe des Einkommens des zum Unterhalt verpflichteten und dem Alter des Kindes. Der Barunterhalt richtet sich dabei nach der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“ 

Die dort angegebenen Beträge sind aber noch um die Hälfte des gesetzlichen Kindergeldes zu kürzen. Wenn Sie gleich die Seite 6 der Düsseldorfer Tabelle   ( DT ) ansehen, haben Sie schön die Beträge aufgeführt, bei denen das Kindergeld bereits abgezogen ist. Das sind die sogenannten Zahlbeträge.

Anhand des Einkommens und des Alters kann man nun den Kindesunterhalt feststellen.

Für den Unterhaltsverpflichteten gilt dabei für minderjährige Kinder nach den Leitlininien der süddeutschen Oberlandesgerichte

ein Selbstbehalt von 1.080 € beim Erwerbstätigen und 880 € beim Nicht-Erwerbstätigen.

Einkommen ist das jahresdurchschnittliche Nettoeinkommen. Also mit Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld und abzüglich relevanter Belastungen, die alle aufzuführen hier jetzt zu weit führt.

Wichtig ist, dass der Mindestunterhalt, also die niedrigste Stufe des KIndesunterhalts nach der Düsseldorfer Tabelle wenn es nur irgendwie geht, bezahlt werden muss. Wenn das Einkommen nicht ausreicht dann muss gegebenenfalls ein zusätzlicher Minijob angenommen werden.

Beispiel:

2 Kinder, 3 und 6 Jahre alt

Nettoeinkommen des Vaters 1.400 €.

Kindergeld bekommt die Mutter

Kindesunterhalt als Zahlbetrag ( DT Seite 6 ) Stand 2016:  240 € und 289 €

Summe: 497 €

Bleibt dem Vater noch 871 €.

Das ist weniger als der Selbstbehalt von 1.080 €.

Die Differenz beträgt 209 €.

Was jetzt? Wird jetzt der Unterhalt gekürzt? Nein, kaum. In diesem Fall wird ihm das Familiengericht wohl zumuten, die Differenz durch einen Minijob aufzufüllen. Je nachdem, welchen Beruf der Vater ausübt, ist es ihm durchaus zuzumuten, dass er neben seinem Hauptberuf nich einen Minijob ausübt, der es ihm ermöglicht, im Monat zusätzlich 209 € zu verdienen, um die Lücke aufzufüllen. Die Kinder gehen vor. Wenn er sich keinen zusätzlichen Job sucht, dann wird so getan, als habe er einen solchen und er wird trotzdem zur Zahlung des Mindestunterhalts verurteilt. Schwierigkeiten können sich dann allerdings bei der Vollstreckung, vornehmlich der Lohnpfändung ergeben, denn es gibt ja auch Pfändungsgrenzen bis zu denen das Einkommen nicht gepfändet werden darf.