KIndesunterhalt Volljährige

Auch volljährige Kinder haben bis zum Abschluss einer Ausbildung Anspruch auf Zahlung von Kindesunterhalt solange sie noch keine eigene Lebensstellung haben.

Ist das Kind unter 21 Jahre und noch in der allgemeinen Schulausbildung, unverheiratet und im elterlichen Haushalt, dann ist es „privilegiert“, d.h. es gelten für das volljährige Kind dieselben unterhaltsrechtlichen Grundsätze wie für minderjährige Kinder. Das ist vor allem wichtig, wenn mehrere Kinder, minderjährig und volljährig da sind und das Einkommen nicht reicht, um den Mindestunterhalt zu zahlen.

Für die Eltern gibt es aber mit der Volljährigkeit eine gravierende Änderung:

Ab der Volljährigkeit müssen beide Elternteile Barunterhalt zahlen und zwar im Verhältnis ihrer Einkünfte.

Das entlastet den Elternteil der bislang den Barunterhalt zahlte und belastet den Elternteil der bislang den Naturalunterhalt durch Betreuung leistete. Dieser Elternteil muss jetzt ebenfalls Unterhalt an das Kind zahlen. Aber es wohnt doch noch Zuhause? Ja, aber der Elternteil bei dem das Kind noch wohnt kann ja vom Kind Geld für Kost und Logis verlangen. In der Praxis wird das einfach aufgerechnet und kein Elternteil ernsthaft wirklich Geld verlangen und andereseits wird das Kind auch von dem Elternteil, bei dem es wohnt keine Geldzahlung für den Unterhalt verlangen. Aber das Prinzip bleibt: Beide Eltern müssen Unterhalt zahlen.

Noch ein wichtiger Unterschied: Der Unterhalt berechnet sich jetzt aus dem zusammengerechneten Einkommen beider Eltern!

Mit diesem Einkommen kann man den Unterhaltsbedarf wieder in der „Düsseldorfer Tabelle“

http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_tabelle/Tabelle-2013/index.php

dort Seite 6, Zahlbeträge, ablesen.

Das Kindergeld wird ab dem 18. Geburtstag wie Einkommen des Kindes voll abgezogen.

Für Volljährige die nicht im Haushalt eines Elternteils wohnen ( z.B. Studenten ) ergibt sich der Unterhalt aus festen Bedarfssätzen, z.B.  Leitlinien der Familiensenat der Oberlandesgerichte in Süddeutschland

http://www.justiz.bayern.de/imperia/md/content/stmj_internet/gerichte/oberlandesgerichte/muenchen/s_dl2013.pdf

derzeit mit 670 €.

Einkommen des Kindes wird abgezogen. BaFöG ist übrigens Einkommen, auch wenn es zum Teil nur als Darlehen gewährt wird. Ausbildungsbedingter Mehrbedarf wird pauschal, oder konkret berechnet und nachgewiesen vom Einkommen abgezogen.

 

Bis wann muss Kindesunterhalt gezahlt werden?

Bis zum Ende der ersten geordneten zusammenhängenden Ausbildung besteht Anspruch auf Unterhalt.

Also z.B. nach der Schule wird eine Ausbildung zum Gärtner begonnen, dann ist mit dem Ende der Lehrausbildung Schluss.

Nicht immer ist das aber so einfach zu beurteilen. Was ist mit dem sogenannten zweiten Bildungsweg? Was, wenn Lücken im beruflichen Werdegang sind? Was wenn das Kind sich umorientiert? Das kommt eben darauf an. Jeder Fall ist da anders und muss im Detail geprüft werden.