Kosten der Scheidung

Die Kosten der Scheidung selbst sind vom sogenannten Verfahrenswert abhängig. Dieser wird vom Gericht bei der Scheidung abhängig vom Einkommen, den Vermögenswerten und den ansetzbaren Freibeträgen bestimmt. Genauere Ausführungen hierzu würden den Rahmen dieser Homepage sprengen. Jedenfalls versteht es sich von selbst, dass eine Berechnung der zu erwartenden Kosten für die Scheidung selbst und der mit der Trennung und/oder Scheidung im Zusammenhang stehenden Probleme zunächst immer unverbindlich erfolgt.

Viele Rechtsanwälte werben im Internet unter dem Begriff „Scheidung online“ damit, mit einer Online-Scheidung die Kosten senken zu können.Es stellt sich ja schon die Frage, was eine online-Scheidung eigentlich sein soll. Es gibt ja keine Online-Gerichtsverhandlung. Noch nicht. Online findet also nur die Kommunikation zwischen Ihnen und dem Anwalt statt. Dieser Anwalt sitzt in „Irgendwo“, vielleicht sehr weit weg. Der Gerichtsstand ist von den Mandanten abhängig und nicht vom Anwalt. Den Anwalt sehen Sie also das erste Mal bei Gericht, wenn er nicht sogar einen ortsansäßigen Kollegen als Vertreter schickt. Dann sehen Sie Ihren Anwalt nie.

Die Nachteile liegen also auf der Hand: ohne persönlichen Kontakt zum Anwalt wird man seine Fragen rund um das Scheidungsverfahren nicht los. Als Vorteil ist die Rede davon, daß man Kosten sparen könne.
Leider sind solche Versprechen nicht wahr: Die  Anwaltskosten für das Scheidungsverfahren sind gesetzlich festgelegt, nach einer Gebührentabelle und dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz RVG. Anwälten ist es verboten die gesetzlichen Gebühren für gerichtliche Verfahren zu unterschreiten.

Oft wird behauptet, der Anwalt würde beim Familiengericht einen Antrag stellen, den Verfahrenswert um 25% niedriger anzusetzen und dadurch wäre das Scheidungsverfahren günstiger. Wenn Sie diese Angebote genau lesen, dann stellen Sie fest, dass nicht versprochen wird, dass das Gericht den Verfahrenswert auch tatsächlich senken wird. Das entscheidet nämlich allein der Richter oder die Richterin. Das kann der Anwalt gar nicht versprechen. Der Familienrichter wird aber den Verfahrenswert nicht senken, nur weil Sie keinen persönlichen Kontakt zu Ihrem Anwalt haben konnten oder weil die Scheidung „einvernehmlich“ ist. Das ist zumindest bei den hiesigen Gerichten nicht üblich.

Es stimmt also einfach nicht, dass eine Scheidung online billiger wäre.

 

Die Scheidung kostet also egal ob online oder nicht immer dasselbe!

Mit einer Online-Scheidung bei einem Anwalt, der nicht an Ihrem Wohnort oder Gerichtsort sitzt, haben Sie also keine Kostenvorteile.
Wenn Sie darauf verzichten möchten, mich wegen Ihrer Scheidung aufzusuchen, können Sie auch mit mir ausschließlich per E-Mail korrespondieren – das machen tatsächlich viele Mandanten-Kosten sparen Sie dadurch aber nicht.

 

Was kostet eine Scheidung?

Ein erster Hinweis gibt der Scheidungskostenrechner der dav-Familienanwälte – gratis und ohne Download von uns für Sie. Bitte beachten Sie, dass es dabei wirklich nur um die Kosten für den Antrag „die Ehe zu scheiden“, also nicht mehr Verheiratet sein, geht. Auseinandersetzungen um Geld oder Kinder sind nicht inclusive, sondern werden gesondert berechnet.

Das gilt aber auch bei einer Online-Scheidung

 

Gibt es eine Scheidung auch kostenlos?

siehe hier PKH/VKH/Beratungshilfe