PKH/VKH/Beratungshilfe

Jeder hat das Recht, sich von einem Anwalt beraten zu lassen.

Möglicherweise haben Sie Anspruch darauf, dass der Staat die Kosten übernimmt.

Wenn Sie nur geringes Einkommen und keine Ersparnisse haben – und auch in den nächsten vier Jahren nicht vermögender werden – zahlt der Staat Ihnen die kompletten Scheidungskosten! Sie erhalten dann Verfahrenskostenhilfe und erhalten die Scheidungskosten, auch die Anwaltskosten vom Staat entweder ganz bezahlt, oder Sie müssen die Kosten der Scheidung in maximal 48 Monatsraten die von Ihrem Einkommen abhängen in Raten zahlen.

Ob Sie in diese Kategorie fallen, können Sie hier kostenlos überprüfen:

www.familienanwaelte-dav.de/verfahrenskostenhilfe

 

Beratungshilfe

Außergerichtlich, also bevor ein gerichtliches Verfahren anhängig ist, ist das die Beratungshilfe. Die Beratungshilfe muss beim zuständigen Gericht beantragt werden.

Bei der Beratungshilfe um Unterhalt minderjährige Kinder durchzusetzen wird allerdings in der Regel keine Beratungshilfe gewährt, denn der beim Familiengericht zuständige Rechtspfleger geht davon aus, dass sich der Unterhaltsberechtigte sich zuerst an das Jugendamt wenden kann, denn das Jugendamt ist verpflichtet, den Unterhaltsberechtigten zu unterstützen. Für ein gerichtliches Verfahren erhalten Sie dann aber wieder Hilfe, in Form der

Verfahrenskostenhilfe

Ist ein gerichtliches Verfahren erforderlich oder werden sie verklagt, dann heißt die Hilfe Verfahrenskostenhilfe ( Prozesskostenhilfe im „normalen“ Zivilverfahren ).

Die Verfahrenskostenhilfe befreit Sie aber nur vor der Zahlung der eigenen Kosten und der Gerichtskosten. Wenn der Prozess ganz oder teilweise verloren wird, entstehen möglicherweise Kostenforderungen des Gegners.
Verfahrenskostenhilfe wird, je nach Einkommenshöhe als Darlehen oder als „Schenkung“ gewährt. Wenn Sie die Verfahrenskostenhilfe als Darlehen bewilligt bekommen, müssen Sie monatliche Raten an die Justizkasse leisten. Die Höhe ist abhängig von Ihrem Einkommen. Die Anzahl der Monatsraten ist abhängig von der Höhe der Kosten des Verfahrens, übersteigt aber 48 Monatsraten nie.
 
Das Gericht kann Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe später auch widerrufen. Es handelt sich immer nur um eine vorläufige Kostenzusage.
 
Ein Widerruf kommt insbesondere vor, wenn Sie falsche Angaben machen.
 
Bis 4 Jahre nach dem Verfahren wird die Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe widerrufen, wenn sich Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse verbessern. Das gilt insbesondere, wenn Sie durch das Verfahren Unterhalt, Zugewinnausgleich oder eine sonstige Forderung bekommen.
 
Sie müssen mir  innerhalb dieser 4 Jahre unbedingt jede Adressenänderung mitteilen, da ich Ihnen ansonsten die Fragebögen im Überprüfungsverfahren
nicht zuleiten kann und Sie dadurch möglicherweise Fristen verpassen.
 
Sie müssen zudem unaufgefordert mitteilen, wenn sich in diesen 4 Jahren nach dem Verfahren Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse verbessern.
 
Ihre Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe kann schon deswegen widerrufen werden, weil Sie diese Mitteilungen nicht machen!