Trennung und Scheidung

Trennung:

Trennung bedeutet den Willen zu haben, nicht mehr als Ehepaar zusammen bleiben zu wollen. Die Trennung muss nicht unbedingt in getrennten Wohnungen stattfinden. Die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt ist nicht maßgeblich. Spätestens ab der Trennung ergeben sich viele zu regelnde Dinge und ein damit verbundener Beratungsbedarf der Eheleute.

Die Ehescheidung ist in der Regel nach Ablauf des Trennungsjahres möglich. In Härtefällen auch schon früher. Der Scheidungsantrag kann in der Regel bereits vor Ablauf eines Jahres eingereicht werden, das ist zumindest die Praxis, wenn eigentlich nicht zulässig. Ein übereifriger Richter könnte einen verfrühten Antrag durchaus als unzulässig abweisen.

 

Scheidung

Die Scheidung umfasst einmal die Scheidung an sich, also das Nicht-mehr-Verheiratet-sein.

Daneben sind meist noch einige andere Dinge, wie Unterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht, Zugewinn etc. zu klären. Ob diese Folgesachen gerichtlich geklärt werden müssen, oder außergerichtlich geklärt werden können, obliegt den Eheleuten und ihren Anwälten.

Ich vergleiche das Scheidungsverfahren immer mit einem Zug: Die Scheidung selbst ist die Lokomotive, die Folgesachen sind die Waggons. Man kann den Zug so lange machen wie man will, dann dauert natürlich das Scheidungsverfahren auch länger, denn der Richter scheidet erst, wenn der letzte Waggon im Bahnhof angekommen ist, also die Folgesache geklärt ist. Man kann den Zug aber auch ganz kurz lassen und die Folgesachen außergerichtlich klären. Dann geht die Scheidung selbst natürlich schneller. Man kann selbstverständlich die Folgesachen auch innerhalb bestimmter Fristen und Voraussetzungen auch noch nach der Scheidung gerichtlich klären lassen.

In der Regel ist der sogenannte Versorgungsausgleich, also die Aufteilung der während der Ehe jeweils angesammelten Rentenanwartschaften von Amts wegen Teil des Zuges. Ausnahmen ergeben sich bei kurzer Ehezeit unter drei Jahren und bei Ausländern, deren Land keinen Versorgungsausgleich kennt.

 

Einvernehmliche Scheidung:

Darunter versteht man umgangssprachlich, dass sich die Eheleute bereits über alle erforderlichen Regelungen einig sind. Oft müssen diese dann noch in einen Vertrag umgesetzt werden. Oft gibt es einfach auch nichts zu regeln, als einfach nur die Scheidung einzureichen.

Wenn Sie das mit dem oben beschriebenen Zug vergleichen, dann haben sich die Eheleute eben über alle Waggons geeinigt.

Eine sog. einvernehmliche Scheidung ist immer mein Ziel als Anwalt. Im Gegensatz zur Mediation ist der Anwalt hier nur Anwalt einer Partei und kann diese auch im anschließenden Scheidungsverfahren vertreten. Es braucht also nicht noch wieder einen neuen Anwalt, denn der Anwalt als Mediator darf Sie nicht im Scheidungsverfahren vertreten. Oft teilen sich die Parteien dann die Kosten.