Ausschlagung

 

Soll ich ausschlagen oder nicht, das ist eine oft gestellte Frage, die sich nicht immer einfach beantworten lässt. Im Ergebnis geht es darum, ob man als Erbe eventuell mit seinem Privatvermögen für Schulden des Erblassers haftet oder nicht, denn der Erbe tritt an die Stelle des Erblassers und haftet grundsätzlich mal mit seinem Privatvermögen.

Zunächst wird man sich am Nachlass orientieren und prüfen, ob dieser voraussichtlich positiv oder negativ ist.

Nachlass ist das, was der Verstorbene an Guthaben und Schulden hinterlässt. Der Nachlass wird in einem Nachlassverzeichnis zusammengestellt. Aus dem Nachlass errechnen sich dann die Höhe der Ansprüche der Erben und Pflichtteilsberechtigten, aber auch des überlebenden Ehegatten. Wichtig ist, dass genau geprüft wird, was eigentlich überhaupt zum Nachlass des Verstorbenen gehört. Auch die unterschiedlichen Güterstände der Ehegatten sind hier ganz wichtig. Es ist ein großer Unterschied, ob die Eheleute den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft haben oder ob sie in Gütergemeinschaft leben.

Ist klar, dass der Nachlass negativ ist, wird man sich für die Ausschlagung entscheiden. Wichtig ist, dass hier die Ausschlagungsfrist beachtet wird. Diese beträgt 6 Wochen, bzw. 6 Monate, wenn der Erblasser seinen Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder der Erbe sich beim Beginn der Frist im Ausland aufgehalten hat.  ABER: Bitte genau darauf achten, wann diese Frist beginnt und sich hier gegebenenfalls beraten lassen und die Ausschlagung in der richtigen Form, nämlich zu Protokoll beim Nachlassgericht oder bei einem Notar.

Aber auch wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der Nachlass überschuldet ist, gibt es u.U. noch Möglichkeiten das Privatvermögen durch ein Nachlassinsolvenzverfahren oder eine Nachlassverwaltung zu schützen.